GHV Wandsbek e.V.
Der Hundesportverein Ihrer Wahl

Chronik


Einleitung

Unser Verein konnte im Jahr 2013 mit Stolz sein 80-jähriges Bestehen feiern. Schwere Anfangsjahre, die er seit 1933 durchlebte und überlebte, waren ein Prüfstein für den Hundesport in Wandsbek. Aber zum Ausgleich bescherte uns das hundesportliche Vermögen und der unbändige Wille einiger Mitglieder auch glückliche und sehr erfolgreiche Jahre.

Der Chronist versuchte die Geschichte des Vereins anhand der noch vorhandenen Unterlagen und Daten so vollständig wie möglich zu erfassen. Leider wurde von früheren Vorständen nicht immer alles ausreichend dokumentiert und vor allem nicht archiviert. Die vorliegende Fassung mit der chronologischen Darstellung erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann jederzeit ergänzt und aktualisiert werden.

Ewald Möller
1. Vorsitzender und Chronist
im August 2013



 Allgemeines

 
   

Am 18. März 1933 wurde vom Vorstand des „Polizeihund-Dressur-Vereins Hamm–Horn“ (Mitglied im Reichsverband für das Polizei- und Schutzhundwesen RVPH mit Sitz in Düsseldorf) beschlossen, in Hamburg Wandsbek-Marienthal einen neuen Zweigverein (ZV) zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 6. Juni 1933 statt. Da sich ein stattlicher Teil der Mitglieder aus Hamm-Horn zum neuen Zweigverein hin orientierte, konnte der Start dort sogleich mit 30 Mitgliedern erfolgen. 

Walter Fleppe, der sich bereits über Wandsbeks Grenzen hinaus als Hundefachmann, Ausbilder und Leistungsrichter einen Namen gemacht hatte, übernahm den Vorsitz im neuen Zweigverein Hamburg Wandsbek-Marienthal. 


Hermann Krüger          Walter Fleppe
1933

Als Übungsplatz wurde bis 1935 der Schießstand der Wandsbeker Husaren auf dem damaligen Exerzierfeld hinter dem Gehölz genutzt. Ein Vertrag mit einem jährlichen Pachtzins in Höhe von 75 Mark wurde am 1. Juli 1933 von dem Sportplatzverein Wandsbek e.V. und dem damaligen Vorsitzenden des Zweigvereins Walter Fleppe unterzeichnet. 

So sah 1934 das Programm zur Frühjahrsprüfung aus:


Anschließend wurde für 2 Jahre das Gelände des Marienthaler Tennis- und Hockey-Clubs an der Gustav-Adolf-Straße und danach bis 1950 die Helenenwiese am Ufer der Wandse im Eichtalpark zu Ausbildungszwecken benutzt.

Bis zum Ausbruch des Krieges und dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 war der ZV Wandsbek an vielen hundesportlichen Veranstaltungen im Hamburger Raum erfolgreich beteiligt. Hier eine Einladung von Walter Fleppe zur ersten Vereinsprüfung am 17. September 1933 mit anschließendem Unterhaltungsabend, Musik, Tombola und "Knackwurstessen mit Kartoffelsalat". Für 50 Pfennig konnte man soviel essen wie man mochte.

Während der Kriegsjahre kam der Hundesport jedoch fast zum Erliegen. Viele Mitglieder sowie auch Hunde wurden einberufen. Dem Verein gehörende Baulichkeiten und Geräte gingen verloren. Nur der Übungsplatz ist dem Verein geblieben.

Nachdem am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation in Kraft trat, nahm im Oktober der "Altpionier" Walter Fleppe wieder die Zügel in die Hand. Dem ZV Wandsbek-Marienthal wurde erneut Leben eingehaucht. Bereits 1946 konnte der Verein 3 Prüfungen durchführen und wieder schlagkräftige Mannschaften in Wettbewerbe schicken.

Am 1. Januar 1948 erfolgte der Beitritt zum neu gegründeten Deutschen Verband für Gebrauchshundvereine (DVG) als Zweigverein (ZV) Hamburg Wandsbek. Es findet das 15-jährige Stiftungsfest mit einem kostenlosen Eintopfessen statt.


Nach langen und zähen Verhandlungen mit der Stadt Hamburg haben die Vorstandsmitglieder Käck, Schultz und Dreyer erreicht, dass dem Verein 1950 das Gelände zwischen Nordmarkstraße und Badeanstalt am Ölmühlenweg zur Verfügung gestellt wurde. Nun musste die dortige sumpfige Fläche zu einem "Sport- und Übungsplatz" umgebaut werden. Das bedeutete einen enormen Aufwand, der mit Hilfe von 2 Planierraupen und Unmengen von Bauschutt, beschafft von den Mitgliedern Ernst Schultz, Eugen Dreyer (langjähriger Kassierer) und Richard Gehrken, erledigt werden konnte. Die Kosten für den damaligen Platzausbau wurden mit DM 1.060,70 ausgewiesen. Dieser "riesige" Betrag wurde durch Spenden von opferbereiten Vereinsmitgliedern und Wandsbeker Firmen aufgebracht. Nachdem ein „bescheidenes“ Vereinsheim errichtet wurde, konnte am 22. Juli 1951 bei strahlendem Wetter ein Einweihungsfest, mit Schauvorführungen von Spitzenhunden für die Wandsbeker Bürger stattfinden. Zu erreichen war der neue Übungsplatz mit der Straßenbahn Linie 3, Haltestelle Ölmühlenweg.


Der Übungsplatz, der nur an von der Stadt ausgewiesenen Tagen zur Hundeausbildung benutzt werden durfte, war damals Teil des „öffentlichen“ Eichtalparks. Er wurde außerdem offiziell von Jugendlichen als Bolzplatz genutzt. Da gab es natürlich manches Mal Reibereien was die Nutzung anbelangte. Bei Prüfungsvorführungen konnte es schon einmal passieren, dass Hunde von Spaziergängern plötzlich auf dem Übungsplatz erschienen und damit für gewisse Ablenkungen sorgten. Erst später konnte erreicht werden, dass unser Gelände ausschließlich der Hundeausbildung dienen konnte, was durch einen umlaufenden Zaun eindeutig gezeigt wurde.

Am 27. September 1953 fand ein Pokalkampf zwischen den Zweigvereinen Hamm-Horn und Hamburg-Wandsbek statt. Damals kämpften Mannschaften in Unterordung und Schutzdienst um den Sieg. Zusätzlich galt es "Sonderleistungen" zu zeigen. So waren Doppelhürden Weitsprung (min. 2,5 m), Klettersprung (über eine senkrechte 2 m-Kletterwand), Hindernislauf (5 Hürden), Feuersprung und Gegenstand bewachen, gefordert.
 



Am 6. Juli 1958 feierte der Verein sein 25-jähriges Jubiläum. Dazu wurde ein großer Leistungswettkampf veranstaltet. 20 Hunde aus der Landesgruppe Hamburg waren am Start. Gewonnen hat damals Werner Damberg vom PHV Bille mit dem Schäferhund Blitz v.d. Holstenbrise als späterer viermaliger Hamburger Meister.


1962 wurde ein neues Vereinshaus eingeweiht, welches in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1970 durch Brandstiftung vollständig zerstört wurde. Trotzdem ging der Übungsbetrieb weiter. Getragen vom unbändigen Willen und Einsatz vieler Mitglieder, besonders hervorzuheben ist dort unser langjähriger Platzwart Gustav Winter, wurde Ersatz geschaffen und ein neues Vereinshaus erbaut! Im November desselben Jahres wurde dort bereits die erste Versammlung abgehalten! Seitdem bestehen die aktuellen baulichen Gegebenheiten, die bis heute in mehrfach renovierten und umgebauten Versionen genutzt werden.

2011 wurde eine neue Flutlichtanlage errichtet und 2012 der Übungsplatz komplett egalisiert und neu eingesät. In den letzten Jahren wurde besonderes Augenmerk auf die Renovierung der Platzanlage und des äußeren Vereinsheimes gelegt. So wurden die Hundeboxen angestrichen und mit neuen Türen versehen. Zäune zur Platzanlage wurden erneuert. Aktuelle Aktivitäten betreffen die Renovierung des Vordaches.

 

Hundesportlich

Erfolgreiche Hundeführer des GHV Wandsbek mit Teilnahme an Landesgruppensieger- und/oder Bundessiegerprüfungen waren

  •        Gustav Walter mit Cilli (1945)
  • Horst Hölterling mit Alf (1960)
  •        Gerd Rieken mit seinen Hunden Igor v. Schlapphof und Cito (LAP-Sieger: 1963, 1971, 1972, 1973).
         Gerd ist immer noch als DVG-Ehrenmitglied in unserem Verein.
  •          Erwin Anthes mit Hasso (1963 - 1965)
  •          Rainer Hamerich mit Axel v. Michelst. Rathaus (LAP-Sieger: 1980, 1981)
  •          Angelika Klande mit Arry (LAP-Sieger: 1986, 1987)
  •          Alfred Maurer mit Dolf v. d. Schimmel-Schultz Heide (1987)
  •          Britta Sauerland mit Largo v. Reitbach (LAP-Sieger: 1989)
  •          Lothar Steinberg mit Puma v.d. Kopperpahler Allee (LAP-Sieger: 1993)
  •          Carina Hagberg mit Itor v. Schulland (2013)
  •      Melanie Rau mit Rani v. d. wilden Rabbits (LAP Pl. 5: 2015) 

Alfred Maurer mit Dolf v. d. Schimmel-Schultz Heide (links) Platz 2 auf der dhv Meisterschaft 1987


Ein besonders freundschaftliches Verhältnis hat sich im Laufe der Jahre zu den „Nachbarvereinen“ PHV Bille und GHV Geesthacht mit dem jährlich auszurichtenden 1. Mai Pokal gebildet. Dieser entwickelte sich aus einem Pokalwettkampf mit dem PHV Bille, der SV OG Hamm-Horn, die später durch die OG Meckelfeld und danach durch den GHV Geesthacht ersetzt wurde. Leider konnte dieser Pokalkampf seit 2012 nicht mehr ausgetragen werden.  


 

Außerdem hat unser Verein ein besonderes Verhältnis zu dem DVG Verein in Dortmund-Brackel aufgebaut. Dort wurde seit den 80er Jahren um den Großen Wanderpokal der Dortmunder Actienbrauerei gekämpft. Folgende Vereinsmitglieder traten dort siegreich in Erscheinung:

  •          1988 gewinnen Angelika Klande mit Arry und Rainer Hamerich mit Juri den Pokal.
  •          1990 wird Rainer Hamerich dort Zweiter mit seinem Hund Juri.
  •          1992 siegen Rainer Hamerich mit Carlo und Lothar Steinberg mit Puma
  •          1993 siegen Rainer Hamerich mit Carlo und Wolfgang Newe mit Kaluschka

  •          2009 gewinnen Melanie Rau mit Malex vom Schmiedegarten (rechts) und
        Georgette Möller mit Jesper von der Schiffslache (links) den Pokal
     

Vereinsintern hat sich seit 2008 ein Pokalkampf zu Ehren unseres verstorbenen Leistungsrichters Horst Hölterling etabliert. Dieser findet jährlich im Frühherbst statt und stellt und u. a. für Hundeführer, die im Herbst ihre Prüfung absolvieren wollen eine gute Gelegenheit zur Überprüfung ihres Ausbildungsstandes dar.  

Seit 1985 werden im GHV Wandsbek auch regelmäßig Übungsstunden im Turnierhundsport durchgeführt. Der Verein hat seitdem an zahlreichen Wettkämpfen erfolgreich im Landesverband teilgnommen.


Dies und Das
In den 50er und 60er Jahren war es üblich in den Programmheften von Jubiläen und Landesgruppensiegerprüfungen (GHV Wandsbek hat diese in den Jahren 1961 und 1963 ausgerichtet) sogenannte Worte "zum Geleit" zu veröffentlichen. Diese beschrieben die Gemeinschaft zwischen dem Mensch und seinem "treuen" Hund. Hier finden Sie eine kleine Auswahl.

  • 1958 Jubiläumsverstaltung GHV Wandsbek 25 Jahre, Ernst Schulz, 1. Vorsitzender:
So denke stets daran, ein` jede Kreatur zu lieben,
nicht nur die Herrschaft drüber auszuüben.
Beherzige dies Wort zu jeder Stund`,
daß dein Gewissen dich nicht quäle.
Schau nur ins Auge deinem Hund,
und sag, er habe keine Seele.


  • 1961 LAP, Johannes Eggers Vorsitzender Landesverband Hamburg:
Das mir mein Hund viel lieber sei,
sagst Du , o Mensch, sei Sünde.
Mein Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht `mal im Winde.


  • 1963 LAP, Otto Werner Müller, Vorsitzender Landesverband Hamburg:
So mancher Hund ist mir gerecht und treu,
und jeden Tag empfind ich es auf`s neu,
daß höchste Treue ich hab nur gefunden,
bis jetzt bei meinen braven Hunden.


Vorstandsarbeit

Folgende Mitglieder haben seit der Gründung 1933 den Verein als 1. Vorsitzende(r) geführt.

  •          1933 – 1948 Walter Fleppe
  •          1949 – 1952 Harald Käck
  •          1952 – 1964 Ernst Schultz
  •          1964 – 1999 Willi Brandt
  •          1999 – 2003 Wolfgang Ciezky
  •          2003 – 2004 Stefan Lemmermann
  •          2004 – 2005 Wolfgang Ciezky
  •          2006 – 2009 Ilona Warninghoff
  •          2010 Peter Wolfslast
  •          2010 Carina Hagberg
  •          2011 Holger Rathje
  •          seit 2011 Ewald Möller